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15. Oktober 2021

Licht statt Glühbirnen

Globale Herausforderungen verlangen nicht nur von Ländern, sondern auch von Unternehmen die Übernahme erweiterter Verantwortung. Forma Futura stellt diesen Bereich ins Zentrum ihrer Nachhaltigkeitsanalyse. Ein positives Beispiel dafür ist Philips, ein Unternehmen mit 130-jähriger Geschichte.

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Nachhaltigkeit in Unternehmen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Von der ursprünglichen, limitierten Betrachtung von Nachhaltigkeit als Mittel zum ökonomischen Erfolg für das Unternehmen und die Aktionärinnen und Aktionäre (Business Sustainability 1.0) erweiterte sich die Unternehmensverantwortung auf Gesellschaft und Umwelt – Unternehmen begannen, sich mit der «Triple Bottom Line» von Profit, Gesellschaft und Umwelt zu befassen (Business Sustainability 2.0). Damit Unternehmen jedoch einen Beitrag zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) leisten können, sind weitere Schritte zu einer umfassenden Unternehmensverantwortung notwendig. Die entsprechende Weiterentwicklung bedingt neue Strategieansätze, dynamische Entscheidungswege und eine unternehmerische Transformation: Wie können Innovationen, Produkte und Dienstleistungen die Lösungen unserer gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unterstützen?

Agieren statt reagieren

Statt sich darauf zu konzentrieren, lediglich die negativen Auswirkungen der eigenen Tätigkeiten zu reduzieren, sollen positive Beiträge zur Lösung ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen im Zentrum künftiger Firmenstrategien stehen (Business Sustainability 3.0). Die Inside-out Perspektive, in der das Unternehmen Ausgangspunkt von Geschäftsstrategien ist, wird von der Outside-in Perspektive abgelöst, in der die SDGs die Orientierungsbasis bilden. Das Unternehmen analysiert zu welchen SDGs es den grössten Beitrag leisten kann, welche dann richtungsweisend für die Service- und Produktentwicklung sowie die erweiterte Wertschöpfung sind. So können Unternehmen einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten und somit ihre Zukunftsfähigkeit steigern.


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Nachhaltiges Wertesystem

Es gibt Unternehmen, die diesen Perspektivenwechsel bereits vollzogen haben und beweisen, dass Nachhaltigkeit ein Erfolgsmodell darstellt. Philips ist seit 2007 Teil des Forma Futura-Anlageuniversums. Wie jedes Unternehmen, welches darin aufgenommen wird, wurde auch Philips zuvor eingehend in Bezug auf eine breite Auswahl von Nachhaltigkeitskriterien geprüft. Mit positivem Ergebnis: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Themen der nachhaltigen Lebensqualität ist sehr hoch. Philips kann als eine Firma bezeichnet werden, die Business Sustainability 3.0 lebt. Nachhaltigkeit als integraler Teil der Geschäftsstrategie wird bei Philips in allen Bereichen gelebt. Hohe Standards im Lieferkettenmanagement, ein wirkungsvolles, innovatives Umweltmanagementsystem, aber auch das Thema der Diversität haben hohe Priorität.

In der Tradition des Mutterkonzerns

Philips entschied sich im Rahmen einer grossen Umstrukturierung, die Beleuchtungssparte auszugliedern. Der Mutterkonzern konzentriert sich heute auf die Bereiche Health Systems, den professionellen medizintechnischen Bereich und auf Personal Health mit Haushaltkleingeräten wie Zahnbürsten und Rasierapparate. Der Beleuchtungsspezialist Signify ist seit 2018 ein selbständiges Unternehmen, das weiterhin das auf Nachhaltigkeit basierende Wertesystem von Philips lebt.

Das wird auch im Bekenntnis zu einem neuen Geschäftsmodell deutlich, welches von produktbezogen zu servicebasiert geändert wurde. Produkte, Teile und Materialien werden nicht mehr verkauft, sondern die Installation, Instandhaltung und Modernisierung als Dienstleistung angeboten. Kundinnen und Kunden bezahlen für den Nutzen. Dabei können die Produkte nach Gebrauch wiederverwendet oder rezykliert werden, wofür das Unternehmen die Verantwortung übernimmt. Diese geschlossenen Kreisläufe tragen zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft bei.

 

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Signify hat zudem mit Green Switch ein Programm entwickelt, das einen substanziellen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Rahmen ihres Geschäftsfeldes leistet. Wirkungsvolle Methoden wie die LED-Beleuchtung und intelligente Lichtsteuerung ergänzen die vernetzte Infrastruktur (IoT). Dies ermöglicht ein verbessertes Lichtmanagement, eine frühere Störungserkennung und so auch eine effizientere Wartung, was wiederum zu tieferen Treibhausgasemissionen führt.

Gelungener Perspektivenwechsel

Mit diesem Geschäftsmodell und dem Bekenntnis zu Nachhaltigkeitszielen und den entsprechenden Initiativen beschreitet Signify den Weg, als Unternehmen die negativen Einflüsse ihrer Geschäftstätigkeit zu minimieren. Zudem möchte das Unternehmen aktiv dazu beitragen, Teil eines nachhaltig agierenden Wirtschaftssystems zu sein. Damit ist es ein gutes Beispiel für den Wechsel der Perspektive, weg vom Fokus auf negative Folgen des eigenen Handelns hin zur Entwicklung von Lösungen, die helfen, aktuelle ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen nachhaltig zu bewältigen.

Signify ist ein ehemaliges Tochterunternehmen des 1891 in den Niederlanden gegründeten Elektronikkonzerns Philips. 2016 wurde es unter dem Namen Philips Lighting als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und 2018 zu Signify umbenannt.

Mit einem Umsatz von EUR 6.5 Mrd. (2020), rund 39’000 Mitarbeitenden und einer Marktpräsenz in mehr als 70 Ländern ist Signify der weltweit führende Anbieter von Beleuchtung für Geschäftskunden und Privathaushalte sowie von Beleuchtungslösungen für das Internet der Dinge.

signify.com


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Doris Hauser

Doris Hauser

Leiterin Nachhaltigkeitsresearch

«Ich arbeite bei Forma Futura, weil ich gerne Teil des wachsenden Netzwerkes von Menschen bin, die dazu beitragen, das Finanzsystem an ökologische, soziale und gesellschaftliche Herausforderungen und realwirtschaftliche Bedürfnisse anzupassen. Zudem bereichern mich die interdisziplinäre Arbeit und der spannende, kontinuierliche Wissensaufbau, der dem Nachhaltigkeitsresearch zugrunde liegt.»