10. August 2021
Die Rolle des CO2-Fussabdrucks in der Nachhaltigkeitsbewertung
Weltweit haben sich Staaten ein gemeinsames Ziel gesetzt: Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaübereinkommens im Juni 2017 hat sich auch die Schweiz verpflichtet, den CO2-Austoss bis 2030 gegenüber 1990 auf die Hälfte zu reduzieren. Themen wie Biodiversität, toxische Verschmutzung, radioaktiver Abfall oder soziale Ungerechtigkeit und wirtschaftliche Ungleichheit fliessen jedoch nicht in eine Kohlenstoffbilanzierung ein.
Dieser eher einseitige Fokus auf eine Kennzahl lässt sich durchaus kritisch betrachten – besonders, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit als Ganzes angeht. Trotzdem spielt der CO2-Fussabdruck eine wichtige Rolle bei der Bewertung nachhaltiger Investments. Denn darin liegt ein wichtiger Ansatzpunkt, um Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit anzustossen und wirksam umzusetzen.

Wann ist ein Unternehmen nachhaltig?
Der absolute CO2-Fussabdruck sowie der Absenkpfad (Strategie und Massnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen) sind nur zwei Instrumente von vielen, um den Beitrag eines Unternehmens zu einer nachhaltigen Zukunft zu bewerten. Dies lässt sich anhand des Beispiels zweier Versorgungsunternehmen aus dem Forma Futura Investitionsuniversum verdeutlichen. Wenn man den Blick nur auf die Emissionen richtet, ergibt sich bei beiden zunächst ein schlechtes Bild. Ein Musterportfolio aus nur diesen zwei Firmen hat das CO2-Budget bereits 2020 um ein Vielfaches überschritten. Bis 2050 wird ein Temperaturanstieg von 6°C prognostiziert. Verglichen mit dem Aktienindex MSCI World ist die Emissionsintensität des Musterportfolios um ein Vielfaches höher, obwohl im MSCI World verschiedene Betreiber von Kohlekraftwerken enthalten sind.
Was haben diese beiden Unternehmen also im Forma Futura Universum zu suchen? Unternehmen A erzielt vier Fünftel des Umsatzes in den Bereichen Wasser- und Abfallmanagement. Dabei sticht besonders der Einsatz für die Kreislaufwirtschaft heraus. Nach eigenen Angaben erzielte man knapp ein Fünftel des Umsatzes in diesem Bereich. Unternehmen B wiederum ist in den Bereichen Energie und Infrastruktur tätig. Die Energie- bzw. Stromerzeugung erfolgt ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen, mehrheitlich aus Windkraft. Im Bereich Infrastruktur geht es um Wasserkreisläufe, Mobilität, Abfallmanagement und effiziente Gebäude.
Beide Unternehmen leisten also einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Gesellschaft. Die beiden Beispiele zeigen, dass der alleinige Blick auf die Emissionen wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit verdeckt.
Der umfassende Blick ist entscheidend
Der Forma Futura Nachhaltigkeitsresearch identifiziert diejenigen Unternehmen, die nachhaltige Lebensqualität fördern. Zudem leisten deren Produkte und Dienstleistungen wirkungsvolle Beiträge zur Erreichung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs).
Entscheidende Fragen dabei sind:
- Wie sinnvoll und nützlich sind die Produkte für eine zukunftsfähige Welt?
- Sind Absichtserklärungen nur Theorie oder werden sie auch umgesetzt?
Was können wir voneinander lernen und wie wirken wir bewusstseinsbildend gegen aussen und innen? - Wie verhelfen wir Nachhaltigkeitsthemen zu mehr Beachtung?
- Wie bilden wir uns weiter und bleiben offen für neue Erkenntnisse?
Forma Futura verfolgt einen integrierten Ansatz, der Umwelt- und Sozialkriterien gleichermassen berücksichtigt und dabei die CO2-Emissionen als ein Teil der gesamten Umweltbetrachtung miteinbezieht. Produkte und Dienstleistungen müssen auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft werden. So können die Grundvoraussetzungen für den verantwortungsbewussten Umgang mit der Ressource Geld geschaffen werden.
Die gesamte Analyse geschieht auf der Basis eines umfassenden Kriterienkatalogs. Dabei wird stets genug Spielraum gelassen, damit die Eigenheiten eines Unternehmens, welche statische Kriterien vernachlässigen würden, erfasst werden können. Das breit aufgestellte Team von Forma Futura arbeitet mit externen Spezialisten für Datenerhebung zusammen und garantiert so eine kompetente und umfassende Sichtweise.


